Ich kann gar nichts dafür.
Texte und Worte hielten mich schon immer in ihrem Bann. Warum, weiß ich gar nicht mehr genau. Vielleicht lag es an meiner Mama, die mich als passionierte Deutschlehrerin schon in Grundschulzeiten durch die deutsche Sprache und Grammatik paukte. Vielleicht am frühen Einluss von Ottfried Preußler, James Krüss, Astrid Lindgren & Co. Oder aber an der alten Adler-Schreibmaschine aus den 40ern, die ich eines glorreichen Tages auf dem Dachboden aus einem dunkelgrauen Lederkoffer hervorzog, entstaubte und sofort vereinnahmte.
Es kam, wie es kommen musste.
Als ich größer wurde, geriet ich gleichwohl auf Abwege. Anstelle des Deutsch-Leistungskurses wurde es Physik. Ich wollte damals Astrophysiker werden. Eine fixe Idee, die sicher irgendetwas mit meiner neoromantischen Star-Wars-Verehrung zu schaffen hatte. Nach dem Abi besuchte ich dann eine Schnuppervorlesung in Astrophysik an der Uni in Kiel. Als der Dozent, wirren Blickes und mit tiefschwarzem Vollbart bewehrt, nach einer halben Stunde die dritte Tafel mit kryptischen Formeln vollgeschrieben und die 36ste Ableitung gebildet hatte, wurde ich vernünftig, ging – und schrieb mich bei den Geisteswissenschaften ein. In Geschichte, Germanistik und Literaturwissenschaft folgten nach sieben Jahren zuweilen bierernster Studien dann auch Staatsexamen und Promotion.
Aus Print wurde Online.
Dass ich mich parallel zum Studium schon bei einigen Zeitungen und Presseagenturen verdingt hatte, entpuppte sich nach dem Abschluss als guter Plan. Und so wurde ich anstatt Lehrer wie dereinst Mama, Opa und Uropa viel lieber Redakteur und später Redaktionsleiter in einem größeren Zeitungsverlag. Das war Mitte der 90er und noch sehr printlastig. Als dann kurz vor Beginn des neuen Millenniums der Stern eines neuen Mediums hell erstrahlte und der Neue Markt zum fröhlichen Halali blies, folgte ich dem Lockruf des Goldes in die Weiten des Internets. In einer kleinen Agentur, todesmutiger Mitaussteller eines längst vergangenen Konzerns auf der legendären CeBIT 2000, erlebte ich zwischen Matrix-Soundtrack, Venture Capital und Intershop-Installationen brutale Höhenflüge und Niedergänge wie im Zeitraffer. Eine unglaubliche Ära.
Aus Trümmern des Hypes wuchsen neue Ideen.
Die Agentur schloss unfreiwillig ihre Pforten – ich aber blieb als einer der Wenigen des damaligen Teams dem Medium treu. 2001 kauften wir einen insolventen Hosting-Provider, den ich als Mitinhaber und Geschäftsführer über einige Jahre leiten durfte. Unverhofft lernte ich allerlei über die Technik, die das World Wide Web pulsieren lässt. 2003 gründete ich die erste eigene Webagentur, und wir begannen, Websites, Shops, allerlei Nützliches und Überflüssiges für die unterschiedlichsten Kunden zu entwickeln. 2005, es war ein lauer Sommerabend, saß ich etwas müde vor meinem Bildschirm vor einem umfangreichen Job. Als Teil eines Relaunches sollte eine ausladende Sitemap mit redaktionellen Inhalten gefüllt und für Suchmaschinen optimiert werden. Ich hatte keine Redaktion, also schrieb ich. Mein Kunde und bis heute guter Freund bekam kurze Zeit später die Texte zu sehen, war rechtschaffen zufrieden und sagte sinngemäß: “Wieso bist Du eigentlich nicht schon längst steinreich? Gute Texte fürs Internet braucht doch heute jeder.” Noch am gleichen Abend registrierte ich die Domain “webtext-service.de”.
Ideen, die weiter spannend bleiben.
Zugegeben, das mit dem “streinreich” hat bis dato noch nicht ganz geklappt. Das mit dem Texten allerdings schon. In einer Welt, die vor Text und Inhalt förmlich explodiert, macht es einen Heidenspaß, sich immer wieder neu zu erproben. Wie ertextet man das Außergewöhnliche? Welche Worte hauchen einer Marke Leben ein? Was muss ich sagen und schreiben, um in der globalen Flut der Informationen gehört zu werden? Wie bringen die richtigen Worte einen Onlineshop zum Fliegen und Links bei Google unter die Top-10? Welches Wording erwarten Community-Mitglieder im Social Web?
Wir bleiben Überzeugungstäter.
Und unsere Taten Worte in den Weiten des World Wide Web. Vielleicht auch bald in Ihrem Auftrag? Ich wäre stolz und würde mich freuen.
Auf gerne bald Ihr
Dr. Rainer Demski
Geschäftsführer
