„Denn der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig.“ schreibt der Apostel Paulus an die Korinther. Dies legt den Verdacht nahe, dass Online-Zeilen-Makler schon früh ihren Geschäften nachgingen. Was man so für 1-3 Euro von Textlieferanten bekommt hat aber zweifelsohne oft hohen Wert – einen humoristischen nämlich: „Wer an Geldanlage denkt, wird in erster Linie an Festgeldkonten, Tagesgeld oder Aktien denken. Dass auch Immobilien eine Form der Geldanlage sein können, ist vielen Menschen gar nicht bewusst.“ So stand es in einem Text, für den tatsächlich Geld bezahlt wurde. Mit dem Text, der durch diese Passage eingeleitet wurde, sollte auf den Link eines (zahlenden!!!) Kunden hingewiesen werden. Dass es einem Texter, der für Cent-Beträge arbeitet, nicht bewusst ist, dass Immobilien MEIST IN ERSTER LINIE Geldanlagen sind, ist natürlich klar. (Obwohl: auch er könnte sich ja mal fragen, was eigentlich mit seiner Miete passiert, die er monatlich demjenigen zahlt, der sich sehr wohl darüber bewusst war, dass sich Immobilien ausgezeichnet zur Vermögensvermehrung eignen.)

Entscheidend ist aber: Wer einen solchen Text benutzt, um damit auf den Link zu einer Finanz- oder Immobiliensite hinzuweisen, der schädigt nicht nur sein eigenes Geschäft, sondern auch das seiner Link-Kunden. Vielleicht werden jetzt einige antworten: „Liest doch eh keiner. Hauptsache, die gewünschten Keywords sind drin.“ Keywords sind natürlich das „Um und Auf“. Aber kein Mensch wird einen Link anklicken, der in augenscheinlich fachunkundige Informationen eingebettet ist.

Und noch was: Solche Texte sind zu lang – auch mit 500 Zeichen. Und deshalb sind schlechte Texte teuer. „Instant Texte“ werden meist nach Wörtern oder Zeichen abgerechnet. Hierin liegt das Problem. Aber es gibt auch Modelle, die Kürze, Lesbarkeit und Informativität honorieren.

Ich habe mal die Probe auf Exempel gemacht, und einer jungen Frau, die in einem Call Center arbeitet, folgende Frage gestellt: „Was würdest Du machen, wenn ich Dir eine Million Euro für Deine Altersvorsorge gebe?“ Erst mal wollte sie eine Weltreise machen. Ich erinnerte sie daran, dass das Geld nicht zum Ausgeben, sondern zum Anlegen, also „für später“ gedacht ist. „Dann würde ich mir ein Haus kaufen.“ kam die prompte Antwort. „Dass auch Immobilien eine Form der Geldanlage sein können, ist vielen Menschen gar nicht bewusst.“ Meinte der Texter…

http://www.uibk.ac.at/theol/leseraum/bibel/2kor3.html

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